Chile 2. + Kreuzfahrt-Suedamerika
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26.02.2024 Punta Arenas

Veröffentlicht: 09.03.2024

Heute kamen wir, nach einer längeren Fahrt durch den Magellan Kanal,ir um 6:00 Uhr in Punta Arenas an. Hier hatten wir nichts vorgebucht, denn die Angebote, hauptsächlich Pinguin-Watching,  interessierten uns nicht so sehr. Pinguine hatten wir schon so oft auf unseren anderen Reisen gesehen und "piguin island" in Australien, ist sicher nicht zu toppen! So machten wir uns zu Fuß auf in die Stadt. Ein touristischer Höhepunkt, die Kathedrale am Plaza Armada war leider geschlossen. Sie würde immer nur zur Messe geöffnet, sagte der Mann im Touristencenter, da sonst die vielen Obdachlosen und Bettler den Vorplatz und die Kircheingänge bevölkern würden!? Ein Widerspruch, der einfach akzeptiert wird! Wenn nicht in der Nähe eines Gotteshauses, wo denn dann sonst sollten die Ausgestoßenen hin und Hoffnung finden? Auch die nächste Attraktion, eine öffentlich zugängliche Villa eines in den Anfangsjahren des Wollbooms sehr reich gewordenen Schafzüchters, war geschlossen. Dieses Haus wird seit 1997 restauriert. Zumindest ist es seit dem Jahr geschlossen!? Dann blieb uns noch als letzter Höhepunkt der Friedhof!

Der soll einer der schönsten in ganz Südamerika sein und wir mussten den kleinen Ort durchqueren, um dahin zu kommen! Am Eingang wurde ein Eintrittsgeld verlangt, das wir mit unserem Hinweis " dos adultos mayores" (zwei alte Erwachsene (Rentner)) wieder einmal halbieren konnten. Niemand hat bisher einen Nachweis verlangt! Ob das für odergegen uns spricht, kann der Leser/in entscheiden. Der im Schachbrettmuster angelegte Friedhof beeindruckte wirklich. Zum einen durch die Ruhe, die diese Anlage ausstrahlte und durch die grünen Baumreihen die entlang der Hauptwege gepflanzt waren. Wie Hecken waren sie gestutzt und passten sich oft den Gräbern an. Na ja, mit Gräbern in unserem Verständnis hatten diese letzten Ruhestätten nicht viel zu tun. Ich meine Mausoleums kenne ich auch aus Deutschland, aber hier erinnerten sie oft an kleine Kapellen, Kirchlein und dienten wohl eher als Statussymbole. Ganze Großfamilien hatte hier ihre Angehörigen über Jahre hinweg beerdigt. Durch Türen und Fenster konnten wir in Innenräume gucken, die durch bunte Fenster, im Stil von Kirchenfenstern, beleuchtet wurden. Oft wurde auch nur mit schwarzem Marmor gebaut oder große Statuen aus weißem Marmor bewachten den Ort. Welche Reichtümer diese Clans wohl früher angehäuft hatten?  Und das alles nur, weil ein Gouverneur 'mal eine tolle Idee hatte: 

Punta Arenas war ein wichtiger Hafen geworden, als der Goldrausch im Westen der USA ausbrach. Alle Schiffe mussten um Kap Horn herum und liefen diesen Stützpunkt an, bevor es weiter nach Norden ging. Am Ende des Goldrausches oder war es der Panamakanal?, verlor Punta Arenas schnell an Bedeutung. Da kam besagter Regierungsvertreter auf die Idee, 2000 Schafe von den Malvinas (Falklandinseln) zu holen und die Schafzucht zu fördern. In den Hochzeiten sollen bis zu 2 Millionen Schafe im Gebiet gelebt haben. Und dabei muss viel Geld verdient worden sein. 

Aber auf dem Friedhof gab es auch Gräber von berühmten Persönlichkeiten, die auf dem Plan, den jeder an der Kasse bekam, eingezeichnet waren. Natürlich konnten wir auch die Gräber von "normalen" Bürgern sehen. Die waren meist etagenmäßig in hohe Wände eingelassen und man/frau konnte die oberen Etagen nur über Treppenstufen erreichen. So entstanden Galerien mit Geländern,  die auch nicht in unser Bild eines Friedhofs passen.  Und es gab noch das Grab für die unbekannten Toten der indigenen Völker. Der dabei dargestellte "Indianer", hier passt das Wort, hatte eine goldene Hand bzw. einen goldenen Fuß? Diese Auffälligkeiten müssen wohl durch häufige Berührungen (Segensgruß?) entstanden sein. 

Dann machten wir uns auf dem Heimweg zum Schiff. Über den Alkoholschmuggel an Bord werde ich später einmal berichten!? Also weiterlesen!

An Bord hatten wir noch Zeit für das körperliche Aufbautraining, bevor wir uns ins Dining-Restaurant begaben. Das ist also ein Bedienrestaurant, das auch Extramenüs und Extragetränke anbietet, die der Besucher/in aber nicht bestellen muss. Zuerst wurden wir am Empfang nach der Anzahl der Plätze gefragt, die wir benötigen würden. Dann wurde geklärt, ob wir lieber isoliert oder an einem Gruppentisch sitzen wollten. Die Dame schaute in ihren Bildschirm, rief einen Kellner, der uns dann zu unserem Tisch brachte. Bei den Getränken hätten wir wie immer bei Wasser und Limonade bleiben können, aber wir gönnten uns was, ein Glas Weißwein und einen Gintonic. Dann wurde uns die Speisenkarte gebracht und der Kellner entschuldigte sich bei uns, weil er keine in deutsch gefunden hätte, aber holländisch ging ja auch! Auf dem Tisch stand eine kleine Karte, die uns den Namen des Hauptkellners verriet und auch den Namen des zweiten Bedieners. Die Getränke wurden von einer dritten Hilfskraft gebracht. Alles geschah in einer freundlichen und entkrampften.  Atmosphäre. Schön! Wir genossen unser Dreigangmenü, das wir selbst zusammengestellt hatten. Kulinarisch gab es eigentlich nichts anderes, als auf dem Lidodeck, aber optisch angerichtet und mit dem Bedieneffekt war es schon besonders. Aber jeden Tag wollten wir nicht so essen. 

So ging auch dieser Tag zu Ende und beim Ablegen konnten wir noch ein bisschen die Stadt im Meer spiegeln sehen, bevor wir in den Cockburn Kanal einschwenkten, der dann in den Beagle Kanal überging. Danach wieder frühes Ruhen mit Buch, wir sind immer ziemlich müde!

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